AktuellesGauverbandSachgebieteArchivKontakt
Sachgebiete

 
Namenstag:
03. Dezember

Emma
althochdt.: "die Erhabene, Göttliche"

3. Dezember Emma

Persönliche Daten:

Wohltäterin,* in Sachsen; † 1038 in Bremen

Emma war die Tochter eines hochadeligen Grafen in Sachsen. Sie heiratete Liudger, einen Sohn des sächsischen Herzogs Hermann Billung. 1001 wurde dem Paar von Kaiser Otto III. der Königshof in Stiepel geschenkt. Emma bemühte sich daraufhin um die Gründung einer Eigenkirche in Stiepel, doch der Kölner Erzbischof wollte dies verhindern und das Gut unter seinem Einfluss halten. Durch Vermittlung von Kaiserin Kunigunde erteilte Erzbischof Heribert II. dann 1008 Emma die Erlaubnis zum Bau ihrer Kirche zu Ehren der Maria. Schnell entwickelte sich Stiepel zu einem vielbesuchten Wallfahrtsort.

Nach dem frühen Tod ihres Gemahls im Jahr 1011 zog sich Emma nach Lesum - dem heutigen Stadtteil Burglesum von Bremen - zurück. Dem Dom zu Bremen, machte sie reiche Stiftungen, dem Domkapitel schenkte sie auch ihr Eigengut samt Kirche in Stiepel. Ihre Fürsorge galt aber besonders den Armen.

Emmas Grab ist im Dom in Bremen. Schon bald wurde sie als Heilige verehrt. In der Reformationszeit wurde die Kirche evangelisch und die Wallfahrt aufgehoben. An Fronleichnam 1920 wurde das Gnadenbild der "Schmerzhaften Mutter von Stiepel" nach einer langen Odyssee in die heutige Wallfahrtskirche St. Marien übertragen. Seitdem erfreut sich der Ort wieder eines regen Wallfahrtsbetriebes. Seit 1988 betreuen Zisterziensermönche die Wallfahrt zur "Schmerzhaften Mutter"; 1990 wurde ein eigenes neues Kloster für sie gebaut.

Der Wohltäterin auf der Spur in Bremen:

Man beginnt die Spurensuche am besten beim Bremer Roland auf dem Marktplatz. Die Figur zu seinen Füßen soll das steinerne Abbild des legendären Krüppels sein, der die Bürgerweide umkroch, die Gräfin Lesum daraufhin den Bremern schenkte. So sagt es zumindest die Legende.

In Stein gemeißelt

Der Emmasee im Bürgerpark, der zum erholsamen Verweilen auf dem Ruderboot, beim Minigolf, auf der grünen Wiese oder im Kaffeehaus einlädt, ist nach der Gräfin benannt. Ein paar Meter vor dem Eingang zum Café steht die steinerne Emmabank, nicht unbedingt gemütlich, aber historisch. In Stein gemeißelt lesen wir: Bremens Bürgerpark ward am 23. Juni 1866 begonnen. Von Bremischen Bürgern für Herr und Gesind, Mann, Weib und Kind. Zu Nutz und Freud' auf alle Zeit. Eine andere Steintafel informiert über die Sage, dass Gräfin Emma den Bremern die Bürgerweide geschenkt hat und: Die Geschichte lehrt, dass Bischof Hartwig I von Bremen im Jahr 1159 den Bremern den Besitz der Weide bestätigt hat.

Straßenname

Vom Emmasee kommend verlässt man den Bürgerpark und überquert die Parkallee. Auf der anderen Seite beginnt die Emmastraße, der man schnurstracks bis zu ihrem Ende folgt. Dort wartet eine Überraschung.

Hoch zu Ross

Diese Überraschung zeigt uns am Rande einer kleinen Grünanlage die Gräfin, wie der Bildhauer Thomas Recker sie sah: Hoch zu Ross, mit Hut, im langen Kleid mit hochgeschlossener Bluse sitzt sie neben ihrem Schwager Benno im Damensitz, imaginäre Zügel haltend. Die beiden Pferde wirken gedrungen. Kein Wunder, sie haben Rollen statt Beine. Der Künstler, so ist zu lesen, hat als Kind nur Denkmäler auf hohem Sockel kennen gelernt und darum nie drauf spielen können. Auf diese Bronzepferde sollen Kinder klettern dürfen. Das tun sie, gern und oft. (Quelle: Sunke Herlyn in "Bremen zu Fuß", 1987)