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Namenstag:
22. Dezember

Jutta v.Sponheim
hebräisch: "Frau aus Juda"
22. Dezember Jutta von Sponheim

Persönliche Daten:

Reklusin, * um 1090 in Sponheim/Rheinland-Pfalz; † 1136 auf dem Disibodenberg bei Bad Kreuznach/Rheinland-Pfalz

Sie wurde als Gräfin von Spanheim geboren und gründete um 1106 beim Benediktinerkloster Disibodenberg (westlich von Mainz) eine Frauenklause, die sich bald zu einem ansehnlichen Kloster entwickelte und dessen Vorsteherin sie wwurde.

Das Fräulein von Spanheim mit dem Vornamen hebräischer Herkunft (Frau aus Juda), Schwester des aufstrebenden Grafen Meginhard, war die Älteste der vier jungen Frauen, für die 1112 bei den Benediktinern vom Disibodenberg eine Klause eingerichtet wurde. Mitgift war ansehnlicher Grundbesitz aus mütterlichem Erbe: Kirche und Hof Nunkirchen zwischen Bockenau und Winterburg.

Die Klausnerinnen übten Askese, Gebet und Meditation und lebten nach den Ordensregeln. Vielleicht lernten sie erst in der Gemeinschaft Lesen und Schreiben, denn auch der Adel ließ den Töchtern kaum mehr Bildung zukommen als für Ehefrauen und Mütter „nötig“ war. Das Singen der Psalmen und das Beschäftigen mit der Bibel machte Latein, Hebräisch und Griechisch notwendig. Es wurde erarbeitet.

Die Qualität des Klosterlebens um Jutta und die den Sponheimern nahestehende spätere Mystikerin Hildegard von Bingen sprach sich herum. Auch mangels anderer Angebote in der Region stieg die Zahl der Ordensfrauen bald auf etwa zwanzig, was organisatorisch zu einem Doppelkloster führte.

Die Rekluse Jutta war Erzieherin und Lehrerin der anvertrauten Mädchen. Als Vorsteherin nahm sie Gelübde ab, als Meisterin oder magistra steht sie in Biografien. Die disziplinierte und wahrscheinlich robuste Sponheimerin war vorbildlich im Wachen und Fasten und absolvierte den harten Klosteralltag samt strengen Bußübungen bis zum Tod. Die körperlich labile Hildegard widmete den Schwächen des Daseins fast vier Lebensjahrzehnte länger Aufmerksamkeit.

Einige Jahre nach Juttas Tod gründeten Hildegard und ihre Gefährtinnen, zu denen auch Meginhards Tochter Hiltrud gehörte, ihr Kloster Rupertsberg an der Nahe gegenüber Bingen.

Die Klosteranlage Disibodenberg, heute als Ruine und Ort der Besinnung zugänglich, war jahrhundertelang von Mönchen besiedelt. Die Geschichte der Klausnerinnen ist nur für wenige Jahrzehnte dokumentiert. In den Strukturen des Adels und der Kirche hatte Gräfin Jutta ihre Nische gefunden.

Unter Juttas Schülerinnen war eben Hildegard von Bingen. Hildegard verfaßte um 1180 die Lebensgeschichte von Jutta und berichtete von Wundern an ihrem Grab.

Wird dargestellt:

Darstellung im Benediktinerinnengewand, zwischen zwei Engeln, über ihr eine brennende Lampe, umgeben von Feuerzungen.

 


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