AktuellesGauverbandSachgebieteArchivKontakt
Sachgebiete

 
Brauch:
22. Januar

"Vinzenzitag"

Alle wichtigen Stationen im Leben des Holzknechts wurden durch die Religion begleitet. Für die Holzknechte gab es besondere Schutzheilige, die bei dieser gefährlichen Arbeit auch immer wieder zu Hilfe gerufen wurden.
Die schwere und gefahrvolle Arbeit der Holzknechte führte sehr früh zur Verehrung eines Schutzheiligen. Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden besonders zwei in den Vordergrund geschoben: In Westösterreich ist es der Hl. Vinzenz (22. Jänner) und in Östösterreich der Hl. Klemens (23.
November).

Bräuche: Im bayerisch-österreichischen Gebiet waren Vinzenzimärkte und Vinzenzifeste der Waldarbeiter am Tag des Heiligen weit verbreitet. Die Holzknechte erkoren ihn zu ihrem Feiertag. Kirchenbesuch und Arbeitsruhe waren für die Berufsgruppe Pflicht, ein fröhliches Fest durfte nicht fehlen.
Der arbeitsfreie Tag beginnt meist mit einer Messe und einem Frühstück im Pfarrhof, dann geht es beim Wirt weiter. Dabei verlangt die Tradition, genau am 22. Jänner zu feiern. Sollte der Termin auf den Ruhetag des Gasthofs fallen, muß er entweder aufsperren oder die Gäste suchen sich ein anderes Lokal.

Jedes Jahr ziehen die Mitglieder des Holzknechtsverein Ruhpolding am Namenstag ihres Schutzpatrons, des heiligen Vinzentius von Zaragoza, zur Pfarrkirche St. Georg und beten für die Verstorbenen Holzknechte.

Der Hl. Vinzenz, Patron der Holzknechte, ziert das Ramsauer Gemeindewappen.

Die Winzer bitten heute den Hl. Vinzenz um Segen für das Wachstum des Weines. Der Märtyrer Vinzenz von Saragossa war der Legende nach Diakon des Bischofs Valerius von Valencia in Spanien. Vinzenz wird zumeist einer mit Traube in der Hand abgebildet, denn er ist Schutzptaron der Winzer, aber auch der Dachdecker, Seeleute und Holzfäller. Daß Vinzenz zum Weinpatron geworden ist, hängt wahrscheinlich mit der volksetymologischen Erklärung des Namens: "Vin-Cent" zusammen.

Einige Bauernregeln dieses Tages drehen sich um den Wein, denn ein alter Brauch verrät den ungarischen Winzern schon im Januar, was das Jahr ihnen bringt. "Rinnt Vinzenz, wird der Keller voll sein", sagt der Volksmund und beschreibt damit den Brauch des Vinzenzreben-Schnittes, bei dem die Weinrebe vom Stock abgeschnitten wird. Rinnt sofort der Saft, dann wird auch der Wein fließen. Danach wird die Rebe zum Austreiben in ein Glas Wasser gelegt. Aus der Anzahl der Sprossen kann dann die Menge des Weinertrages erschlossen werden.

Die Filialkirche Neufahrn, die am österreichischen Jakobsweg und am Pilgerweg Via Nova liegt, ist ein religiöses Kleinod, Gottesdienststätte und Kulturdenkmal.Der heilige Vinzenz wird dort als Patron der Holzknechte verehrt, und es war ein guter Brauch, alljährlich am 22. Jänner, dem Todestag des hl. Vinzenz, in Neufahrn einen Bittgottesdienst mit einer Werkzeugsegnung abzuhalten.

Nach Vinzenz ist auch die Karibikinsel St. Vincent benannt, da Christoph Kolumbus sie am Gedenktag des Heiligen entdeckt hat.

 


 Startseite  Aktuelles |  Gauverband |  Sachgebiete |  Archiv |  KontaktSeitenanfang 

© Copyright 2016 Chiemgau Alpenverband e.V.

boysvids.org