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Namenstag:
20. Juli

Wilgefortis
althochdt./lat.: "von starkem Willen"

20. Juli Wilgefortis (Kümmernis)

Persönliche Daten:

Märtyrerin ( † um 130 in Portugal)

Wilgefortis ist eine legendäre Heilige. Nach der erstmals im 15. Jahrhundert in den Niederlanden bezeugten Legende war sie die Tochter eines heidnischen Königs von Portugal, die Christin wurde und - um der Vermählung mit einem heidnischen Prinzen zu entgehen - Gott bat, ihr Aussehen zu entstellen. Als ihr daraufhin ein Bart wuchs, ließ der erzürnte Vater die Widerspenstige mit Lumpen bekleidet ans Kreuz schlagen, damit sie ihrem himmlischen Bräutigam gleiche. Die Sterbende predigte drei Tage lang vom Kreuz herab und bekehrte viele Menschen, darunter auch ihren Vater. Er ließ sie nun in kostbare Stoffe hüllen und errichtete nach ihrem Tod eine Kirche zur Buße.

Mit der Legende der Wilgefortis verbunden ist die Sage von dem armen Spielmann, dem sie ihren goldenen Schuh zuwarf, als er vor ihrem Bild spielte. Er wurde wegen Diebstahls zum Tode verurteilt, durfte vor der Hinrichtung aber noch einmal vor der Heiligenfigur spielen. Zum Beweis seiner Unschuld löste sich nun auch der zweite silberne Schuh von ihrem Fuß und rollte bis zu den Füßen des Geigers.

Die Legende beruht auf einer Missdeutung bekleideter Kruzifixbilder vom Typus des Volto Santo in inLucca.. Die volkstümliche Verehrung nennt sie "Kümmernis", der Kult breitete sich - von den Niederlanden ausgehend - seit dem 15. Jahrhundert v. a. im deutschsprachigen Raum, besonders in Bayern und Tiro, aus. Redensartlich werden entsprechende Vergleiche gezogen: "Aussehen wie die heilige Kümmernis" oder "sein wie die heilige Kümmernis" - sich um alles kümmern, überall eingreifen, sich fremde Sorgen zu den eigenen machen.

wird dargestellt:

Man hat die vermeintliche Heilige mit mancherlei antiken und altgermanischen Vorstellungen in Verbindung gebracht 3), z. B. mit Aphrodite oder gar mit Thor. Nach der heute am meisten verbreiteten Auffassung beruht die Kümmernisgestalt auf einer Mißdeutung alter Christusbilder 4), die den gekreuzigten Heiland als Himmelsfürsten in königlichem (byzantinischem) Gewande der romaniscben Kunstepoche und beschuht zeigen, so besonders das Erlöserbild aus dem Dom zu Lucca, der sogenannte Volto Santo.

Patron:

Die hl. Kümmernis wird in allen Herzens-, Leibes- und Seelennöten angerufen und hat eine Art Generalhilfsmacht, sodaß sie auch unter den 14 Nothelfern erscheint. Außer in persönlichen Angelegenheiten, besonders in solchen leidender und hoffender Frauen wird sie auch in Nöten und Gefahren, die die Allgemeinheit bedrohen, angerufen, z. B. bei Trockenheit und Dürre, Mißwachs, Teuerung, Überschwemmung und anderer Drangsal. In Altbayern führt sie wegen ihrer besonderen Beziehungen zu den Frauen den Namen Weiberleonhard. Wegen Unfruchtbarkeit oder Gebärmutterleiden opfern ihr Frauen sogenannte Muettern (Mutter, Gebärmutter), krötenähnliche Figuren aus Wachs, Eisen oder Silber 6).

 


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