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Samstag, 22. April 2006

Gaufrühjahrsversammlung in Marquartstein

Von: Sepp Hauser

Unter dem Jahresmotto "Lebendige Tracht"

Robert Stuffer, Sepp Schmid, Ludwig Entfellner

„Das Schöne und die Vielfalt unserer Tracht wollen wir mit unserem Jahresmotto in den Vordergrund stellen.“ Mit diesen Worten drückte Gauvorstand Ludwig Entfellner bei der Frühjahrsversammlung in Marquartstein im Gasthof „Prinzregent“ den Grundgedanken für das derzeitige Jahresmotto des Gauverbandes „Lebendige Tracht“ aus. Eindrucksvolle Informationen dazu gab es durch eine liebevoll errichtete Ausstellung und einen Bildervortrag. Für ihren langjährigen Einsatz für die Trachtensache wurden einige der zahlreich erschienenen Delegierten der 23 Gauvereine besonders geehrt.

Vorstand Sepp Noichl vom gastgebenden Trachtenverein Marquartstein-Piesenhausen wies auf die sehenswerte Ausstellung im Versammlungssaal hin und bedankte sich bei seiner rührigen Trachtenwartin Helga Seitz für das liebevolle Zusammenstellen der selbst gefertigten Stücke wie Trachten, Hüte oder Mieder. Eine Bilderausstellung vom Gaugründungsfest im Jahr 1926 sowie von den folgenden Gaufesten 1951, 1976 und 1996 in Marquartstein war ebenfalls außerordentlich sehenswert.

Gauvorstand Ludwig Entfellner aus Unterwössen erinnerte daran, dass der Chiemgau-Alpenverband in Marquartstein seinen Sitz habe und heuer sein 80-jähriges Bestehen feiern könne. Aus diesem Anlass werde gerade eine Gauchronik erstellt, die am 6. Oktober auf Schloss Hohenaschau präsentiert werde. „Ein kleiner, aber feiner Verband ist es geworden“, stellte Entfellner dazu fest. Antriebsfeder für die Gaugründer unter Führung des ersten Gauvorstandes Mathias Schrobenhauser aus Marquartstein sei es nämlich gewesen, sich vom weitflächigen Gauverband I zu lösen und alles überschaubarer und familiärer werden zu lassen, was auch eindrucksvoll gelungen sei.

Allen gemeinsam sei die Liebe zur „gediegenen, feschen, schneidigen und einzigartigen“ Gebirgstracht gewesen, fuhr Entfellner fort und zeigte zusammen mit Gaubeisitzer Andi Scheck einen mit viel Beifall aufgenommenen Bildervortrag mit dem Thema „Die Tracht im Wandel der Zeit“. Angefangen bei einer Fronleichnamsprozession vor etwa 200 Jahren bis hin zu einer Trachtenmodenschau vor kurzem in Unterwössen wurde mit eindrucksvollen Bildern die ganze Vielfalt der Tracht dargestellt.

Der Unterschied zwischen der Festtagstracht und der Tracht im Alltag mit seinen vielseitigen Abwandlungen kam dabei zum Vorschein. „Wichtig ist, dass sich der Träger darin wohlfühlt und selbstbewusst und überzeugt darin auftritt“, sagte der Gauvorstand. Das erstrebenswerte Ziel sei schon gemäß den Satzungen seit der Gründung des ersten Trachtenvereins in Bayern im Jahr 1883 die lebendige Tracht gewesen. „Wenn wir über die Tracht reden, dann ist sie lebendig“, ergänzte Andi Scheck, der die Bilder zusammengestellt hatte, die zum Teil auch in der neuen Gauchronik enthalten sind.

Die Goldene Gauehrennadel für 40-jährige Vereinstreue und aktive Trachtenarbeit verlieh der Gauvorstand an seinen Vorgänger Sepp Schmid vom Trachtenverein „Edelweiß“ Höhenmoos sowie an dessen Vereinskameraden Robert Stuffer. Gaujugendleiter Jakob Steiner verlieh im Auftrag vom Landesjugendvertreter Klaus Reitner das Ehrenzeichen in Gold mit Urkunde der Bayerischen Trachtenjugend an Karl-Heinz Gasteiger aus Marquartstein, Inge Hartl aus Übersee, Miche Huber aus Rottau und Peter Voggenauer aus Wildenwart.

Gaublasmusikwart Andreas Hilger wies auf das Straßenmusizieren am 23. und 24. Juni anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft in München hin. Ziel sei es, die lebendige Tracht, die Musik und die vielfältigen Tanzformen den Besuchern aus aller Welt zu zeigen. Bayerische Kultur solle für alle Zuschauer und Besucher der WM „zum Anfassen“ sein. Auch die bewährten Hoagarte „Frisch aufgspuit und gsunga“ würden im kommenden Winterhalbjahr wieder durchgeführt, und zwar am 29. Oktober in Frasdorf, am 26. November in Staudach, am 28. Januar in Prien und am 25. Februar in Hittenkirchen.

Über den Stand der Vorbereitungen bei der Beteiligung von 150 Schuhplattlern und 50 Trachtendirndln aus ganz Bayern bei der Eröffnungsfeier der Fußball-WM am 9. Juni in München berichtete Gauvorplattler Peter Reiter. 15 Buam und 10 Dirndl aus dem Chiemgau-Alpenverband würden dabei sein und sich auf ein bestimmt „einmaliges Erlebnis“ freuen.

Trachtenwartin Hilde Dufter erzählte von einem durchgeführten Miederkurs in Prien und einem ebenfalls gut besuchten Stickkurs in Rottau. Am 3. Mai gehe es in Hittenkirchen um das Anfertigen von Trachtenkitteln und etwas später noch um die passende Frisur zur Tracht. Der Besitzer des Trachtenhauses Grasegger in Garmisch-Partenkirchen habe ihr gegenüber schon seine Freude auf den Besuch der Chiemgauer am Samstag, 29. April, kundgetan.

Preisrichterobmann Sepp Spiegelberger kündigte die nächste Zusammenkunft der Preisrichter am 30. Mai in der Aschauer Festhalle an. Gauvolkstanzwart Otto Zaiser gab bekannt, dass am 14., 21. und 28. September in Rottau im Gasthof „Messerschmied“ ein Volkstanzkurs für junge Leute stattfinde mit dem Abschlussabend am 2. Oktober.

Zum 100-jährigen Gründungsfest des Trachtenvereins „Chiemgau“ Feldwies mit Gaufest und einer Festwoche vom 28. Juli bis 6. August luden Vorstand Sepp Schmid, Festleiter Thomas Hiendl und Übersees Zweiter Bürgermeister Wolfgang Waltl mit herzlichen Worten ein. Eine ebenso herzliche Einladung erging vom Vorstand Helmut Hackenberg vom Trachtenverein „Ratzingerhöh“ Greimharting für dessen 50-jähriges Gründungsfest am 30. Juni und 1. Juli 2007. Von den Delegierten einstimmig vergeben wurde das Gaufrühjahrssingen am 24. März 2007 nach Staudach und die Gaufrühjahrsversammlung 2007 nach Frasdorf.