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Donnerstag, 29. Dezember 2011

Raunacht-Hoagascht in Rottau

 

„A scheene Musi und a bäriger Gsang, wer brav war, kriegt von den Perchten a Kletzenbrot und was wissen miaßt`s, des dafrogt`s vom Gschafftl-Huber“ so beschrieb Miche Huber, der wieder das Programm zusammenstellte und durch den Abend führte, den Raunacht-Hoagascht in Rottau. Und wieder war dieses Konzept von Erfolg gekrönt. Der Saal des Gasthauses Messerschmied war bis auf den letzten Platz gefüllt, die teils recht weit angereisten Besucher waren brav  und klatschten während des Programms nicht, auch wenn es manchmal schwer fiel bei den großartigen Darbietungen der Sänger und Musikanten. Dafür war der Beifall zum Schluss umso länger.
Huber brachte immer wieder die Lacher auf seine Seite, so beim Motto des Landesturnfestes in Landshut „Turne, turne, turne von der Wiege bis zur Urne“. Auf seine humorige Art veranschaulichte er die Finanzzockerei vom fragwürdigen Geschäftsmodell über die Ausgabe von Anleihen der Banken bis hin zum Rettungsschirm der Regierung. Auch ging er auf die Ereignisse im letzten Jahr in Rottau ein. Er sprach „über eine Revolution im Chiemgau-Alpenverband, naa im ganzen Chiemgau: A Weiberleit is Vorstand in einem Trachtenverein worn und des a no dazu in Rottau, nämlich d`Fleierl Liese“. Auch sein profundes Wissen über das heimische Brauchtum teilte er dem Publikum mit. Der Tag vor Heilig Dreikönig sei die letzte Raunacht an dem die Frau Percht erschien, aber auch eine Rauchnacht, an dem die Bauern mit Weihrauch Stall und Haus ausräucherten.
Bei der Auswahl der Gruppen hat Huber ein gutes Gespür gezeigt, sie ergaben eine stimmige Gesamtkomposition. Der Sulzberger Dreigsang, drei Frauen aus Brannenburg, die schon seit 35 Jahren zusammen singen, verzauberten mit ihren glockenreinen Stimmen und raren Liedern wie „Schau, schau, was des für Herrn sand“ die Zuhörer. Gstandne Mannerleut, vier aktive Bergwachtler, bilden den Haushamer Bergwachtgsang. Schneidig tragen sie mit ihren harmonischen und feinen Gesang ihre Lieder vor. Auf der einen Seite das Neujahrslied „In der heiligen Nacht“ - dabei nahmen sie ihre Hüte ab - auf der anderen Seite mit Hut aber auch lustige Gstanzl wie zum Beispiel über die Musikanten : „ an Teife sans z`leicht und zum Brenna sans z`feicht“. Das Besondere an den drei Musikgruppen war, das alle „selbergstrickte“ Stücke vortrugen. Besonders auffällig war dabei „Rottauer Raunacht“ von der Quartlmusi, das Hans Wiesholzer vom Samerberg, der Akkordeonspieler dieser Gruppe, extra für diese Veranstaltung komponiert hatte. Es war ein mystisches Stück, das in der Besetzung Zither, Akkordeon, Gitarre und Bassgeige langsam und eindrucksvoll vorgetragen wurde. Die Buxbaam Soatnmusi spielte in der Besetzung Hackbrett/Zither, Harfe, Gitarre und Bassgeige fein auf, mal ruhig mal fetzig. Nach einem halbjährigen Aufenthalt in Amerika schrieb der Gitarrist Bene Landenhammer den Walzer „Wieder daheim“, den sie auch vortrugen.
Temporeich und mit hervorstechender Geige und Klarinette, begleitet von Gitarre, Harfe, Knöpferlziach und Bassgeige, zeigten die Elstätzinger Musikanten ihre Freude an der Musik, sehr zur Freude der Zuschauer. Ein gemeinsamer Andachtsjodler, angestimmt vom Sulzberger Dreigsang, beendete das Programm. Vier Perchten mit furchterregenden Masken und lautem Glockengeläut gingen durch die Reihen der Besucher und verteilten Kletzenbrot.


 


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