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Montag, 06. November 2017

Die Arbeit für die Jugend und das Dorf ist einfach unbezahlbar

Von: Heinrich Rehberg

Jahreshauptversammlung des Trachtenvereins „D´ Lamstoana“ in der Frasdorfer Lamstoahalle

Das goldene Gauverdienstzeichen, die höchste Auszeichnung des Chiemgau-Alpenverbands, erhielten bei der Gauversammlung des Verbandes der Vorsitzende des Frasdorfer Trachtenvereins „D´ Lamstoana“ Frasdorf Sepp Enzinger, die langjährige Schriftführerin Brigitte Furtner und Kassier Sepp Mayer (von rechts)

„Wir haben zwei große Trachtenfeste bei unseren Nachbarn in Atzing und Höhenmoos besucht, wir haben Pfarrer Johannes Palus verabschiedet und den neuen Pfarrer Paul Janßen begrüßt, wir haben unsere Vereinsfahne renoviert und neu gesegnet, wir haben einen Maibaum aufgestellt und zwei Weisertwecken gefahren, wir haben die Gauherbstversammlung ausgerichtet, wir haben dreimal Theater gespielt, dazu kamen noch die alljährlichen Veranstaltungen im Gau und im Dorf, überall waren die Frasdorfer Trachtler mit dabei. Wir brauchen uns vor niemand verstecken, der Frasdorfer Trachtenverein ist gut beinander, es zeigt sich die langjährige gute Arbeit der Jugendleiter und der Vorplattler, der Zusammenhalt der Jugend und der Aktiven wird im Verein auf jede erdenkliche Weise gefördert“, so Vorstand Sepp Enzinger bei der Jahreshauptversammlung des Trachtenvereins „D´ Lamstoana“ in der Frasdorfer Lamstoahalle.

In seinem Rückblick erinnerte Enzinger vor allem an die Höhepunkte des Vereinsjahres, bei allen Veranstaltungen war der Frasdorfer Trachtenverein quer durch alle Altersgruppen angemessen vertreten. Beim Gaufest des Chiemgau-Alpenverbands in Atzing holte sich der Trachtenverein Frasdorf mit 235 Personen und 309 Punkten den dritten Platz hinter Prien mit 326/400 und Wildenwart mit 285/357.

Peter Schäffer berichtete von der Jugendarbeit im Frasdorfer Verein: 49 Buben und Mädchen bis 16 Jahre treffen sich jede Woche mindestens zweimal zu den Plattlerproben in der Halle, mit ungezählten Proben bereiteten die Jugendleiter und ihre Helfer die Kinder und Jugendlichen auf das Vereinspreisplattln, das Sechs-Vereine-Preisplattln und die Auftritte bei den Festen rund um die Halle vor. Veronika Brehmer qualifizierte sich beim Sechs-Vereine-Preisplattln für die Gaujugendgruppe.

Vorplattler Marinus Wörndl trug den Bericht der Aktiven vor: rund 30 Burschen und Mädchen kommen regelmäßig zu den Plattlerproben in die Lamstoahalle. die Frasdorfer Aktiven belegten beim Gaupreisplattln und beim Gaudirndldrahn gute Plätze, die Gruppe erreichte Rang elf. Vorstand Sepp Enzinger bedankte sich bei den beiden Vorplattlern und der Dirndlvertreterin sowie bei allen Aktiven ganz herzlich. Sie hätten das ganze Jahr viel Arbeit über mit allen möglichen Aufbauarbeiten, mit dem Barbetrieb und dem ganzen Drumherum um die Feste. Es sei für die Vorplattler nicht immer einfach die ganze Mannschaft zu motivieren. „Viele Arbeiten, die in anderen Vereinen von der „mittleren Generation“ gemacht werden, werden bei uns von den Aktiven geleistet“.

Kassier Sepp Mayer trug einen ausgeglichenen Haushalt vor, Schriftführerin Magdalena Furtner berichtete von den Ereignissen quer durchs Vereinsjahr. Auf Vorschlag der beiden Kassenprüfer Josef Wollschlager und Karin Klaus wurde die Vorstandschaft entlastet.

Vorstand Enzinger bedankte sich bei allen, die für ein „Vergelts Gott“ zum Wohle des Vereins arbeiteten, ihre Arbeit für die Jugend und das Dorf sei einfach unbezahlbar.

Die nächsten Termine für die Frasdorfer Trachtler sind das Preisschafkopfen am 18. November um 19.30 Uhr, drei Aufführungen der „Kleinen Lamstoabühne“ am 27. und 29 Dezember sowie am 2. Januar. Im kommenden Jahr ist wieder ein Trachtenmarkt in der Lamstoahalle geplant, das Sechs-Vereine-Preisplattln richtet Frasdorf aus.

„Unser Ziel ist es, Bairisch als Umgangssprache zu erhalten und zu erreichen, dass auch die Allgemeinheit dahinter steht", erklärte als Gast bei der Jahreshauptversammlung der Frasdorfer Trachtler der Vorsitzende des Vereins Bairische Sprache und Mundarten Chiemgau-Inn Rudi Mörtl. Bei den Trachtenvereinen auf dem Lande sei die Welt ja noch in Ordnung, hier spreche noch fast jeder seine unverfälschte Sprache. Ganz anders sehe es in den Städten aus: bairisch gebe es da nur noch in der einen oder anderen Nische. „Aber da werden wir schon wieder als Exoten abgestempelt", sagte Mörtl, „gerade so als seien die baierische Sprache und der Dialekt nicht mehr zeitgemäß“.

Viele Eltern befürchteten immer noch Nachteile für ihre Kinder, wenn sie Dialekt sprechen, und redeten mit ihnen ein vermeintliches Schriftdeutsch, tatsächlich aber eine norddeutsch gefärbte Umgangssprache. Dieses Sprachverhalten stehe ganz im Gegensatz zur Attraktivität Bayerns mit den besten Wirtschaftsdaten, den wenigsten Schulden, den besten Schulen und Eliteuniversitäten. „Es gibt also wirklich keinen Grund für diese vermeintliche Minderwertigkeit“, so Mörtl.