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Montag, 13. November 2017

„Aschau huift- und darüber spricht man in der ganzen Region“

Von: Heinrich Rehberg

Auch Gauvorstand Miche Huber bei der Benefizveranstaltung für Raphael Fischer in Aschau mit dabei

Andreas Fischer, der Vater des zweijährigen Raphael aus Aschau bei der Benefizveranstaltung „Aschau huift“ mit Fabian Schneikart (links) und Herbert Reiter

Sie kamen zur Hilfe nach Aschau die Schauspieler Bernd Helfrich, Doreen Dietel, Maximilian Brückner, Ferdinand Schmidt-Modrow und Marcus Grüsser mit Fabian Schneikart (links) und Herbert Reiter

Die vollbesetzte Festhalle

... mindestens 1500 Besucher ein ständiges Kommen und Gehen zwischen Mittagessen und Nachmittagskaffee

Heimspiel für den Pumuckl

„Aschau huift- und darüber spricht man in der ganzen Region“, so Andreas Fischer, der Vater des zweijährigen Raphael aus Aschau bei der Benefizveranstaltung „Aschau huift“ in der Aschauer Festhalle. 45000 Euro kamen so an einem einzigen Tag zusammen, das ganze Dorf brachte sich aktiv in die Hilfe für den kleinen Buben ein. Raphael ist an einer besonders aggressiven Form der Leukämie erkrankt und derzeit auf Vermittlung des Haunerschen Kinderspitals zusammen mit seiner Mutter in Seattle/USA in Behandlung. „Das Sprichwort „Tu Gutes und sprich darüber“ hat sich heute ganz und gar nicht bestätigt. Alle helfen mit – aber selbstlos – ohne sich und ihr Tun in den Vordergrund stellen zu wollen. Ein ganzer Ort beweist seinen Zusammenhalt. Wir können alles Menschenmögliche unternehmen, aber entscheiden tut das jemand ganz anderes, dort oben“.

Angefangen hatte alles mit einer Whatsapp-Nachricht von Raphaels Taufpaten Franz Vordermayer. Raphael ist knapp zwei Jahre alt und hat schon viel Zeit im Krankenhaus verbracht. Der Bub leidet an einer schweren und sehr seltenen Form der Leukämie. Bereits mit sechs Monaten erhielt er die Diagnose Blutkrebs; Chemo- und Antikörpertherapien folgten, bisher leider ohne Erfolg. Die aggressive Leukämie konnte nicht ausgemerzt werden, bis jetzt konnte keine Therapie helfen. Es gibt aber Hoffnung bei einer Behandlung in Amerika. Die Kosten für dieses Spezialverfahren werden von der Krankenkasse nicht übernommen. Die Stiftung „Care-for-Rare“ übernimmt einen Teil der Behandlungskosten, jedoch fehlt noch eine große Summe des im mittleren sechsstelligen Bereich liegenden Betrages.

Drei Aschauer - Fabian Schneikart, Herbert Reiter und Simon Frank - entschlossen sich daraufhin etwas für den kleinen Bub zu tun und stellten eine Veranstaltung auf die Beine, wie sie der Ort noch nicht gesehen hat. Bestens im Dorf vernetzt, verpflichteten sie alle ihre Bekannten selbst aktiv mitzumachen oder wenigstens als Gast in die Festhalle zu kommen und den eingeladenen Musikkapellen zuzuhören.

Es gibt wohl kaum einen besser geeigneten Ort für eine solche Veranstaltung, als die Festhalle in Hohenaschau und den Platz drumherum. So schwebte den Initiatoren zunächst nur ein Frühschoppen mit musikalischer Unterhaltung durch die Karolinenfelder, die Hohenaschauer Musikanten und die Danzlkrainer mit der entsprechenden Bewirtung vor, was sich daraus entwickelte war - mit einem Wort von Herbert Reiter: „Gigantisch“. Alle Mitwirkenden in der Festhalle arbeiteten ohne Entgelt, die drei Musikkapellen verzichteten auf ihr Honorar, die Getränke zum Verkauf spendierte Auerbräu und die Lebensmittel wurden von der Metzgerei Angermann und der Firma Bierbichler zur Verfügung gestellt.

Die Besucher kamen zunächst gar nicht so einfach in die Halle, draußen hatten die Feuerwehr und das BRK ihre Fahrzeuge aufgefahren und zeigten, was sie alles haben und was sie können; die Feuerwehr bot in ihrem Kinderprogramm sogar Mitfahrten im großen Feuerwehrauto mit Sirene und Blaulicht an. Die Bestuhlung in der Halle für einen Frühschoppen reichte schon unmittelbar nach der Öffnung bei weitem nicht aus, die fleißigen Helfer schleppten Bierbank auf Bierbank in die Halle, schließlich platzte sie aus allen Nähten. Zwischen dem Beginn um 11 Uhr und dem Ende der Veranstaltung nach 16 Uhr dürfte jeder Platz mindestens dreimal gewechselt haben, weit mehr als 1500 Besucher aus der ganzen Region waren somit bei dieser Benefizveranstaltung mit dabei. Die große Tombola mit hochwertigen Sachpreisen vom Fernsehgerät, über Essensgutscheine in der Sterneresidenz Heinz Winkler bis hin zum Dirndlgwand, gespendet vor allem von der Aschauer Geschäftswelt - war innerhalb einer halben Stunde ausverkauft, die Lose wurden den Verkäufern förmlich aus der Hand gerissen. 650 Lose zu je zehn Euro erbrachten einen Sofortgewinn von 6500 Euro.

Zahlreiche Prominente aus Aschau, Sportler und Schauspieler stifteten persönliche Gegenstände für eine Versteigerung. Mit Videobotschaften meldeten sich die Wintersportler aus aller Welt und sogar Fußballer Bastian Schweinsteiger sprach in den USA aus einem fahrenden Auto heraus Raffi Mut für seine Behandlung zu.

Versteigerer Robert Schneikart brachte mehrere Startnummern von Weltmeister Björn Kircheisen und Slalomfahrer Linus Straßer unter den Hammer, zwei Basketballkarten und ein Trikot des FC Bayern waren mit dabei und die Teilnahme an einem Drehtag bei „Dahoam ist Dahoam“ und allerlei Utensilien aus Lansing brachten alleine 890 Euro ein. Bürgermeister Peter Solnar war dieser Tag mitten in den Problemen von Lansing und fernab von Aschau 500 Euro wert. Insgesamt kamen bei dieser Versteigerung über 2000 Euro zusammen.

Die Schauspieler Marcus Grüsser, Doreen Dietel und Ferdinand Schmidt-Modrow kamen direkt aus Lansing in die Festhalle und signierten Autogrammkarten für den guten Zweck. Marcus Grüsser ging mit einem Korb voller Grußkarten hausieren und brachte eine gut gefüllte Sparbüchse zurück, Bernd Helfrich erinnerte sich an zahllose Auftritte auf der Bühne der Festhalle und der Pumuckl war bei so einem Heimspiel natürlich auch dabei. Draußen vor der Halle ging es rund mit der Feuerwehr und dem BRK, die Kinder ließen sich zu Fantasy-Figuren schminken und überall standen Sammelbüchsen herum.

Als die drei Verantwortlichen Fabian Schneikart, Herbert Reiter und Simon Frank am Abend einen ersten Kassensturz machten, zählten sie über 45000 Euro. Das Geld kommt ohne weitere Umwege Raphael Fischer zugute.

Diese Hilfe für Raphael Fischer geht im Dorf in den kommenden Wochen und Monaten mit großen und kleinen Beiträgen weiter. Der Aschauer Gemeinderat stiftete das Sitzungsgeld der letzten Gemeinderatssitzung. Bürgermeister Peter Solnar: „Es ist ein Schicksal, das uns sehr berührt: Doch der ganze Ort Aschau hält hier zusammen und unterstützt die Familie Fischer in der schweren Zeit“.

Überall in den Aschauer Geschäften stehen Sammelbüchsen, sei es für das Restgeld an der Kasse oder sei es auch für größere Spenden. Die Katholische Pfarrkirche hält am Sonntag, 3. Dezember um 18 Uhr eine Adventeinkehr mit dem Laurenzi Dreigesang, den Aschauer Alphornbläsern und den Prientaler Weisenbläsern, verbindende Worte spricht Sebastian Aicher.

Weitere Möglichkeiten für eine Spende für Raphael Fischer:

Spendenkonto: Care-for-Rare Foundation
Kennwort: Raffi Fischer
IBAN: DE93 6305 0000 0000 0035 33
BIC: SOLADES1ULM