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Dienstag, 05. Dezember 2017

Wilddiebe, Sennerinnen und Karl Valentin - Die Bretter, die die Welt bedeuten

Von: Heinrich Rehberg

Silbernes Jubiläum der Kleinen Lamstoabühne des Frasdorfer Trachtenvereins

Zum silbernen Jubiläum der Theatergruppe zeigen die Frasdorfer das Wildererstück vom berüchtigten Wilddieb vom Lenderschachen mit Sebastian Bauer, Sepp Hollinger und Verena Staudhammer (von links)

Die „Kleine Lamstoabühne“ des Frasdorfer Trachtenvereins feiert ihr 25-jähriges Jubiläum. Die Proben für die Jubiläumsvorstellungen sind bereits in vollem Gange. Die Zuschauer dürfen sich heuer gleich auf drei verschiedene Theaterstücke freuen. Zuerst  kommt „Der Wilddieb vom Lenderschachen“ in zwei Akten von Hans Weber auf die Bühne und danach zwei Valentinaden.

Die drei Aufführungen sind am Mittwoch, 27. Dezember, Freitag, 29. Dezember und Dienstag, 2. Januar jeweils um 20 Uhr in der Lamstoahalle. Kartenvorverkauf bis zum Freitag, 22. Dezember bei der Raiffeisenbank Frasdorf, Restkarten an der Abendkasse.

„Es fehlt mir nicht mehr viel zum Häusl im Tirol drent, ein bissel Geld und ein rechtschaffenes Weiberleut“, erzählt Simon Halser (Sepp Hollinger), der berüchtigte „Wilddieb vom Lenderschachen“ seiner Walli (Verena Staudhammer) im Stück des Frasdorfer Trachtenvereins. „Ein bisschen wird man halt auch Gehetzter noch träumen dürfen“. Beim Wildererdrama in zwei Akten verwischen die Grenzen zwischen Tragödie und Komödie immer wieder, alle Klischees der klassischen Wildererdramen sind dabei: der herzensgute Wilddieb, die brave Sennerin Walli, samt ihrem Vater (Sebastian Bauer) und der böse Jager Grindlfeichtl (Sebastian Graf). Als Anleihe aus der bayerischen Klassik kommt auch noch der Boandlkramer (Schorsch Wörndl) auf die Bühne. Keiner sieht ihn, nur Simon Halser kann ihn und seine Einflüsterungen hören und als er ihn dann auch sehen kann ... ist es für ihn zu spät!  

Beim - passend zum silbernen Jubiläum - einstudierten Stück „Das 25-Jährige“ freuen sich Birgit Quaschnik, Elfriede Haller, Carina Winkler, Schorsch Wörndl und Hans Weber über den Applaus des Publikums. Zuletzt kommt „Die Orchesterprobe“, eine Querelei von Karl Valentin, zur Aufführung. Als Hauptakteure wirken Petra Bauer und Hans Weber, unterstützt werden sie von Sebastian Graf und mehreren jungen Frasdorfer Musikanten.

In Frasdorf wurde auch früher schon Theater gespielt. Es gab eine Kulisse die dem Krankenunterstützungsverein gehörte. Zur Aufführung kamen immer wieder lustige Bauerntheater und Wildererstücke im damaligen Saal des Gasthaus Mayrl. Durch den Abriss des Saales und der Bühne hatte man keine Möglichkeit mehr zum Theaterspielen. Erst mit dem Bau der Lamstoahalle durch den Trachtenverein stand wieder eine Bühne zur Verfügung die für Theateraufführungen genutzt werden konnte. Der erste Einakter „Die Preiskuh“ kam 1992 noch mit der alten Kulisse zur Aufführung.

Ab 1992 bereicherte immer ein Einakter den jährlichen Dorfabend des Trachtenvereins. Hierzu fanden sich eine Gruppe aus den Reihen der aktiven Trachtler und zusätzliche Frasdorfer Talente zusammen, die seit dem ihr Können dem immer begeisterten Publikum zeigt. Seit dem Jahr 2002 öffnet sich jetzt jedes Jahr der Vorhang der „Kleinen Lamstoabühne“. Hans Weber übernimmt fast seit Gründung der Theatergruppe die Stückeauswahl und Rolleneinteilung. Auch für die Regie und den Kulissenbau ist in erster Linie der „Lenzn Hans“ verantwortlich.

Dabei kamen schon die unterschiedlichsten Bühnenbilder zustande. So waren in der Lamstoahalle unter anderem bereits im Stückl „A Kufern“ ein „Etablissement“, im „Rauberpfaff“ eine kleine Drehbühne als Beichtstuhl und in der „Ersten Klasse“ von Ludwig Thoma sogar ein ganzes Eisenbahn-Abteil zu sehen. Damit sind für eine Laienbühne wahre Meisterstücke gelungen. Die Effekte waren bei jedem Einsatz verblüffend und wurden vom Publikum jedes Mal aufs Neue mit entsprechendem Applaus gewürdigt.


Bei fast jedem Stück sind der Regisseur, die Verantwortlichen für Bühnenbild und Technik, Kostüme und Maske auch selbst unter den Theaterspielern zu finden. In den letzten 25 Jahren traten bei 37 Sketchen, Einaktern und Dreiaktern mehr als 45 Theaterspieler vor das immer begeisterte Publikum.

 

 

 

 


 


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