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Mittwoch, 06. Dezember 2017

Alte Bräuche muss man erhalten

Von: Heinrich Rehberg

Der Nikolaus im Behandlungszentrum in Aschau

Der Heilige Nikolaus lässt seine Kinder im Behandlungszentrum in Aschau an seinem Namenstag nicht alleine: sehnsüchtig warteten sie den ganzen Tag auf ihn und staunten, als er beim Einbruch der Dunkelheit quer über die Felder von Aufham her hoch zu Ross und begleitet von einer Schar Gebirgsjäger mit leuchtenden Fackeln im Franziskushof eintraf. Der heilige Bischof begrüßte alle Kinder des Behandlungszentrums, aus seinem großen Goldenen Buch las er viel Gutes über die Kinder im Behandlungszentrum, in der Kinderklinik und in der Tagesstätte; zu seiner besonderen Freude trugen sie ihm Lieder und Gedichte vor und überreichten handgemalte Bilder. Der Kompaniechef der dritten Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 231 Major Norman Stüwe zog sich in diesem Jahr selbst das Bischofsgewand an und bescherte - nach viel Lob für alle - die Kinder aus dem Behandlungszentrum und aus dem Dorf mit einem Sackerl voller Leckereien: Äpfel, Nüss und Mandelkern.

So entstehen Traditionen: es ist ein ganz besonderer Nikolaus, der seit 1960 immer an seinem Namenstag aus Bad Reichenhall in das Behandlungszentrum nach Aschau kommt. Er hat auch immer ganz besondere Helfer mit dabei, keinen Krampus, keine Engel, keine Perchten und keine Buttenmandl, wie es in Bad Reichenhall und im Berchtesgadener Land sonst der Brauch ist, sondern ein Dutzend junge Männer in der schmucken Uniform der dritten Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 231. Die Bad Reichenhaller Gebirgsjäger besuchen seit Jahrzehnten unter der Führung des Kompaniechefs und des Kompaniefeldwebels die Kinder im Behandlungszentrum und bringen über den Nikolaus ihre Geschenke für die Kinder.

Vor 57 Jahren haben die Reichenhaller Jager die Patenschaft für die damalige Orthopädische Kinderklinik übernommen, stets mit Leben erfüllt und seit fast sechs Jahrzehnten aufrechterhalten. Für die Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften des Bataillons ist es in allen Jahren selbstverständlich gewesen, in jedem Jahr nach Aschau zu kommen, ganz egal wie voll auch ihr Terminkalender war und ob sie gerade vom Truppenübungsplatz oder aus dem Einsatz in Estland oder von Afghanistan direkt nach Aschau kamen. Zahlreiche junge Wehrpflichtige hatten als Begleiter des heiligen Kinderfreundes und Fackelträger auf ihrem Weg durch die Krankenzimmer und Aufenthaltsräume zum ersten Mal Kontakt mit Behinderten und Behinderungen.


 


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