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Sonntag, 21. Oktober 2018

Vortrag der Brauchtumswartin Anja Voit bei der Gau-Herbstversammlung

Von: Anja Voit/v.A.Moka

Liebe Trachtlerinnen und Trachtler, als Brauchtumswart des Chiemgau Alpenverbandes derf i heit amoi wieder des Fassl Brauchtum aufmacha und a bor Gedanken in den Raum werfen.

Brauchen wir Brauchtum? Braucht Brauchtum uns?

 

Nomoi, Brauchen wir Brauchtum oder braucht Brauchtum uns? Wenn i schaug, wos der Chiemgau Alpenverband Brauchtumswarte in den einzelnen Vereinen hot, dann muaß i feststellen, dass i so guad wia koane Ansprechpartner find.. Es miassaden ned amoi Leid aus´m Ausschuss sei, a ned da Vorstand, sondern einfach nur Leid, de si mit Brauchtum auskennan, a Freid dro ham und dann mit und zum Verein zuabe arbeiten.

Es kemman a koane Fragen oder Anregungen aus den Vereine. Leider.

Vielleicht liegt´s am Stellenwert vom Brauchtum.

Dabei ist es ein wichtiger Eckpfeiler der Trachtenvereine, es zu pflegen und zu erhalten ist in den Satzungen verankert. Ich sehe es als eines der wichtigsten Aufgaben wenn nicht sogar als Basisaufgabe. Wir Trachtler stehen also in der Pflicht.

Wia pflegen wir unsere Bräuche, sand sie no zeitgemäß, überholt oder sogor überflüssig?

Manchmoi frog i mi, beschränken sich die gelebten Bräuche nur noch auf Brauchtum mit dem man Geld verdienen kann? Festl - Ivents bei denen der eigentliche Anlass keine Bedeutung mehr hat, sondern dem Kind lediglich an Nam gibt.

Gesehen und Gesehen werden, do schaugts her, MIA des stärkt den Verein oder

i hinterfrog´s amoi, stärkt des an Verein? Wos nimmt der einzelne Trachtler mit oder dient des der Sache?

Für mi is Brauchtum durchaus feiern, a Gaudi hom, Zamkemma, lustig sei, Brauchtum

bedeutet für mi aber a , amoi ruhig und besinnlich sei. Feiern, Bitten und Danken, zur Rua kemma. Brauchtum strukturiert des Johr.

Grod in der heitigen Zeit, wo so fai nach Ordnung, Bodenständikeit und Werten suachan, grod des Grechte. Mecht ma moana.

Do muaß ma vielleicht a moi friara aufsteh, oder an Sonntag, wia is oft her, opfern, und is des so schlimm? Fürs Schiefohrn oder Berggeh duat mas doch a! Warum ned fürs Brauchtum? Konn des ned a a Bereicherung sei?

Ja mei, friara, friara ham ma hoid aufsteh miassen, do hots nix anders gem, des her i oft, und und hots uns g´schod? Hot irgend oana an bleibende Schod´n?

Ganz im Gegenteil, des sand oftmois de Leid, de a heit no aufstehn und den Sonntag opfern,de Bräuche erhalten, Leid, de de Bräuche fest im Leben installiert ham.

Sand ma moi ehrlich, Weckan mia heit no eban auf? Muat ma des no eban zua oder sand ma liaba stad und nehman den bequemen Weg. ( i diskutier doch ned)

In wie weit und wia konsequent fordern mia heit no auf, unsere Bräuche zu leb´m?

Soid´n mia no dro bleibm, oder is wurscht oder sogor umme ums Eck?

Nimma zeitgemäß?

Die Sätze, wir müssen unsere Bräuch überdenken und vielleicht sogor nei aufstellen, sind meiner Meinung nach ned ganz verkehrt. Stillstand ist Rückschritt, hoaßts. Doch den Ursprung derf ma ned vergessen. Man darf sich dem Neien, der Gegenwart ned verschliaßn, doch der Sinn derf ned verloren geh, S´Herz derfs ned kosten.

Überdenken, neu aufstellen is guad, doch hoaßt´s in meine Augn ned, hinten O´stain oder sogor aufgeb´m.

Überdenken und neu aufstellen bedeutet für mi, Reden, Bewußtsein schaffen, offen sein für Ideen und Anregungen und nach wie vor die Bereitschaft zum Mitfeiern fordern . Vorleben!

Die Bedeutung von Brauchtumstagen kennen und weitergeben is a groaße und schene Aufgab, wia ma in einigen Vereinen vor allem in der Jugendarbeit sen´g ko.

Brauchtum ist ein Bindeglied für Jung und Oid. Mitanand is a Familie, ein Verein stark!

Pass ma blos auf und loss ma uns diese Stärke ned schwächen.

 


 


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