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Dienstag, 07. April 2009

„Tradition und Brauchtum – Bayerisches Leben“

Rubrik: Jahresmotto 2008 "Brauchtum"

Von: Barbara Reichenbach

Chiemgau-Alpenverband als Wahrer von kirchlichen und weltlichen Traditionen

Auf vielfältige Weise setzt sich der Chiemgau-Alpenverband dafür ein, dass kirchliche und weltliche Traditionen gelebt werden und damit lebendig bleiben. Die große Brandbreite des diesjährigen Mottos „Tradition und Brauchtum – Bayerisches Leben“ hat mehrere Schwerpunkte, wie Gauvorstand Ludwig Entfellner in einem Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte. Mit Aufsätzen von Autoren, die dem Brauchtum verbunden sind, ist als Nachschlagwerk viel Wissenswertes zusammengetragen worden. Die Verbindung von Brauchtum und kirchlichem Leben wird ausführlich in der Broschüre „Liturgie: Ein Buch mit sieben Siegeln“ behandelt. In einem Brauchtumskalender sind zu jedem Tag des Jahres Namen und Hintergründe dargestellt. Bereits seit einem Jahr läuft außerdem das Chiemgauer Brauchtumsrätsel, das auf interessante Art und Weise neugierig machen und informieren will. Der Chiemgau-Alpenverband hat diese Themen auf seine Internetseite www.chiemgau-Alpenverband.de gestellt. Fotos ergänzen die Texte anschaulich.

Zum Brauchtum schreibt Siegi Götze unter dem Titel „Sitt und Tracht der Alten wollen wir erhalten“ über die Verbandsgründer und erklärt, was man unter Brauchtum versteht. Die Bräuche im Jahresablauf vom „Maschkerer geh“, über „Sonnwend- und Johannifeuer“ bis zu den „Raunächten“ hat unter anderem Miche Huber, Rottau, zusammengetragen. Mit den Hochzeitsbräuchen hat sich Siegi Götze befasst. Sonstige Bräuche zu Marterln, Almen und Hausnamen sind ebenfalls beschrieben. Für die Themen „Schuhplatteln und Dirndldrahn“ und die „Tracht“ gibt es eigene Kapitel.

Der „Brauchtums-Kalender“ ist die umfassende gemeinschaftliche Arbeit von Anita und Susanne Moka, Grassau, Anton Stengel, Unterwössen, und Claudia Huber, Rottau. Wer sich für die Hintergründe der Namenstage interessiert, findet zu jedem Tag die Namen mit Angaben zur Herkunft, der Darstellung oder eine Wetterregel. Als Beispiel ist am 21.März „Benedikt“ (lat. „der Gesegnete“) zu finden, der Patron des Abendlandes und Europas ist. Eine der Wetterregeln lautet: „Der Benedikt leitet deine Hand, säest du mit ihm die Frucht ins Land“. Außerdem gibt es einen Hinweis auf das neue Fest am 11.Juli, wo „Benedikt von Nursia“, Ordensgründer und Abt in Monte Cassino (um 480 bis 547) ausführlich beschrieben ist.

Das Brauchtums-Rätsel entwickelte Miche Huber. Es habe im Internet bereits einen Leserkreis von 25.000 Interessierten gefunden, so Entfellner. Für das erste Rätsel war Otto Dufter, Ehrenvorstand des Chiemgau-Alpenverbandes und Vorsitzender des Bayerischen Trachtenverbandes der Glücksbringer. Unter anderem mussten Fragen zu „Kathrein“ und „Perchten“ gelöst werden. Inzwischen läuft das 10. Rätsel aus. Es gibt jeweils drei schöne Preise zu gewinnen, für die Miche Huber immer wieder Spender sucht.

Breiten Raum nimmt das „Christliche Brauchtum“ in den Trachtenvereinen ein. Hierzu hat Anita Moka die Broschüre „Liturgie: Ein Buch mit sieben Siegeln“ mit Grafiken und Fotos aufbereitet. Das Titelbild – eine alte Kirchenpforte – stammt von Anton Blank, Unterwössen. Wie spannend dieses Thema ist und wie stark das Brauchtum vom kirchlichen Jahresablauf geprägt ist, zeigte eine Einführung von Diakon Erik Oberhorner vor einer Messe mit Pfarrer Klaus Wernberger in Unterwössen. Viele der langjährigen Kirchenbesucher seien überrascht gewesen über die Bedeutung der schon zur Gewohnheit gewordenen Rituale, sagte Entfellner. Damit das kirchliche Brauchtum in Verbindung mit der Trachtensache, zum Beispiel an Fronleichnam und zum Erntedank nicht verloren geht, soll die Broschüre an die Jugendleiter verteilt werden. Sie ist aber auch zu einem Unkostenbeitrag beim Chiemgau-Alpenverband zu erhalten. Mit Aktionen der Vereine, unter anderem beim Palmbuschenbinden, soll das Brauchtum weiterhin mit Leben erfüllt werden. bre

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Die jährliche Trachtenwallfahrt des Chiemgau-Alpenverbandes nach Raiten ist ein Beispiel für die Verbindung von Bayerischem Brauchtum und Christlichem Leben.