Freud und Leid, alles hat sei­ne Zeit.

von Anita Moka am 7. Dezember 2020

Freud und Leid, alles hat sei­ne Zeit.

von Anita Moka am

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Nachtmodus:

Zuletzt geändert: 06.12.2020

„ Die Toten sind nicht fort,

sie gehen mit.

Unsicht­bar, sind sie nur,

unhör­bar ist ihr Schritt.“

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Dezem­ber Gedicht:

Das Jahr ward alt. Hat dün­nes Haar.

Ist gar nicht sehr gesund.

Kennt sei­nen letz­ten Tag, das Jahr.

Kennt gar die letz­te Stund.

Ist viel gesche­hen. Ward viel ver­säumt.

Ruht bei­des unterm Schnee.

Weiß liegt die Welt, wie hin­ge­träumt.

Und Weh­mut tut halt weh.

Noch wächst der Mond. Noch schmilzt er hin.

Nichts bleibt. Und nichts ver­geht.

Ist alles Wahn. Hat alles Sinn.

Nützt nichts, dass man´s ver­steht.

Und wie­der stapft der Niko­laus

durch jeden Kin­der­traum.

Und wie­der blüht in jedem Haus

der gol­den grü­ne Baum.

Warst auch ein Kind. Hast selbst gefühlt,

wie hold Christ­bäu­me blühn.

Hast nun den Weih­nachts­mann gespielt

und glaubst nicht mehr an ihn.

Bald trifft das Jahr der zwölf­te Schlag.

Dann dröhnt das Erz und spricht.

„Das Jahr kennt sei­nen letz­ten Tag,

du kennst dei­nen nicht.“

(Erich Kästner)(4)

das Ende des Wegs (Foto Moka)