14. Dezem­ber – 3. Advent

von Dominik Wierl am 14. Dezember 2025

Heu­te zum 14. Dezem­ber gibt’s von mir eine klei­ne „hoff­nungs­vol­le“ Geschich­te:
Ein Weih­nachts­wun­der für den klei­nen Stern

Der klei­ne Stern war trau­rig. Wäh­rend sei­ne Ster­nen­freun­de am Him­mel mit­ein­an­der um die Wet­te fun­kel­ten, späh­te er immer wie­der zur Erde hin­ab. Was er dort sah, brach­te ihn zum Wei­nen. Die­ses Elend über­all! Wie konn­te er sein hel­les Fun­kel­licht dem Him­mel schen­ken, wenn es unten auf der Erde an man­chen Orten so düs­ter und trü­be zuging? Wie konn­te er fröh­lich sein und strah­lend glän­zen, wenn ihm schwer ums Herz zumu­te war und er mit den Trä­nen kämpf­te?
„Ich bin anders als die ande­ren Ster­ne“, sag­te er. „Mein Licht möch­te ich jenen schen­ken, die im Dun­kel der Sor­gen durchs Leben gehen. Die trau­rig sind, arm, krank, ver­letzt oder hei­mat­los. Sie, ja, sie brau­chen mein Licht mehr als der wei­te Him­mel in all sei­ner Pracht.“
Sein Blick fiel auf eine Stadt in einem gro­ßen, hel­len Land. Von allen Sei­ten such­ten Men­schen ihren Weg in die­se Stadt. Er sah einen Mann und eine Frau. Auch sie waren Rei­sen­de und sie schie­nen arm zu sein. Die Frau erwar­te­te ein Kind. Müde schlepp­ten sie sich durch die Stra­ßen, aber da war nie­mand, der sie auf­nahm. An allen Türen wur­den sie abge­wie­sen, denn es gab kei­ne Zim­mer mehr für arme Rei­sen­de. Als sich das jun­ge Paar schließ­lich am Ran­de der Stadt in einem dunk­len Stall zum Schlaf leg­te, zer­brach es dem klei­nen Stern fast das Herz vor Kum­mer.
„Licht soll Hoff­nung brin­gen“, mur­mel­te er. „Wenn doch nur ein Wun­der geschä­he!“
Er schloss die Augen. Wie ger­ne wäre er in dem Stall bei die­sen armen Leu­ten.
Auf ein­mal wur­de es warm um ihn her­um. Der klei­ne Stern blin­zel­te. Hel­les Licht strahl­te ihm ent­ge­gen und von irgend­wo­her sang es.

„Wo bin ich?“, mur­mel­te er. „Was ist gesche­hen?“
Er hör­te ein lei­ses Wei­nen. Dann sah er das Kind. Es lag in einer Krip­pe.
„Das ist doch der alte Stall!“, mur­mel­te er. „Wie hell es hier ist. Und der Mann und die Frau. Wie glück­lich sie sich über die Krip­pe beu­gen und dem Kind zulä­cheln.“
Der klei­ne Stern war erleich­tert. Er fühl­te, wie alles in ihm lach­te.
„Die Hoff­nung“, jubel­te er. „Sie ist da.“
Er warf noch einen lie­be­vol­len Blick auf das Kind, die Frau und den Mann, flüs­ter­te „Dan­ke“ und beeil­te sich, wie­der an sei­nen Platz am Him­mel zurückzukehren.

© Elke Bräunling

Eine geseg­ne­te Advents­zeit und immer einen leuch­ten­den Stern für Euch und Eure Lie­ben wünscht Euch

Anne­ma­rie Lacker­schmid
stell­vertr. Gau­kas­sie­rin Chiemgau-Alpenverband