18. Dezem­ber

von Dominik Wierl am 18. Dezember 2025

A Flücht­ling is zu jeder Zeit a Zeu­ge von Unmensch­lich­keit! Und wia mar aa de Sach umschreibt, wer Men­schen von dahoam ver­treibt, ganz gleich, aus wel­chem Grund des waar, der is ein Unmensch, ein Bar­bar! Des ham in Bay­erns Nach­kriegs­stun­den vui Men­schen auf der Haut emp­fun­den. De Flücht­lings­sor­gen warn seit­dem für allzwoa Sei­ten ein Pro­blem. Und zwei­fel­los hats Rei­bung ’geben, wias halt so is, beim Zammaleben.

Wem daat des heut zum Bei­s­pui pas­sen, an Frem­den in sei Woh­nung z’ las­sen? Da werd ned bloß a har­ter Bau­er, bei so am Zwang werd jeder sauer.

So wars aa damois oft ver­ständ­lich. Doch hat se schließ­lich lang­sam, end­lich de Mei­nung durch­ge­setzt, fol­ge­rich­tig: De Flücht­ling san durch­wegs recht tüch­tig, ideen­reich und arbeit­sam und, was ganz wich­tig is, sie ham ned bloß Umständ und Sor­gen gmacht sie ham aa sehr vui Guats mitbracht.

Mit Schwung und Fleiß hams oft was gschafft, was völ­lig Neus, aus eig­ner Kraft und man­ches Gschäft, längst alt­ver­traut, hat einst a Flücht­ling aufgebaut.

Drum hab i heut, nach der Betrach­tung vor man­chem Flücht­ling höchs­te Achtung.

Und wer da moant, er wis­serts gwiß, wer halt ned da gebo­ren is, ob Flücht­ling oder frem­de Rass’, der waar a Mensch von zwoa­ter Klass’, den möcht i mit am Wink, am lei­sen, auf Joseph und Maria wei­sen und auf des mensch­li­che Pro­blem damois, im Stall vo Bethlehem.

De warn doch dort, zur Weih­nachts­zeit, nix anders ois wia Flücht­lings­leut und ham mit lee­re Händ’, bei Nacht, der Mensch­heit doch an Herr­gott ’bracht.
— Pon­zau­ner Wigg

Otto Zai­ser
Gau­tanz­wart