Gau­trach­ten­wall­fahrt nach Raiten

von Theresa Fritzenwenger am 17. Mai 2026

Chiem­gau­er Tracht­ler-Wall­fahrt mit Kar­di­nal Marx

„Gespür für Dank­bar­keit nicht verlieren“

Rai­ten im Chiem­gau (hö) – „Regen bringt Segen“ – frei nach die­sem Sprich­wort kamen die Mit­glie­der aus den 23 Trach­ten­ver­ei­nen des Chiem­gau-Alpen­ver­ban­des für Tracht und Sit­te am „Chris­ti-Him­mel­fahrts-Tag“ zur tra­di­tio­nel­len Bitt- und Dank-Wall­fahrt in Rai­ten in der Gemein­de Schleching zusam­men. Den Got­tes­dienst zele­brier­te Kar­di­nal Rein­hard Marx vom Erz­bis­tum Mün­chen-Frei­sing zusam­men mit Pfar­rer Mar­tin Stras­ser vom Pfarr­ver­band Obe­res Achen­tal. Die musi­ka­li­sche Gestal­tung über­nah­men die Schlechin­ger Sän­ger, die Schlechin­ger Alp­horn­blä­ser und die Schlechin­ger Musikkapelle.

„1951, also vor nun­mehr 75 Jah­ren erfolg­te erst­mals ein Geden­ken hier am Hügel Maria zu den Sie­ben Lin­den. Ein Jahr spä­ter schlos­sen sich alle Chiem­gau­er Ver­ei­ne dem Anlie­gen an, so dass es im nächs­ten Jahr unse­re dann 75. gemein­sa­me Wall­fahrt nach Rai­ten gibt“. Die­sen Begrü­ßungs­wor­ten von Gau­vor­stand Tho­mas Hiendl füg­te die­ser noch ein paar per­sön­li­che Gedan­ken hin­zu und sag­te: „Nach Kriegs­en­de war die Dank­bar­keit der höchs­te Antrieb und es erstark­te die Bit­te, dass das fürch­ter­li­che Grau­en uns zukünf­tig ver­scho­nen möge. Heu­te hat Dank­bar­keit vie­le Grün­de, nicht Alles ist selbst­ver­ständ­lich. Haben wir wie­der mehr Gespür für die Dank­bar­keit, dan­ken wir für Gesund­heit, Arbeit, Gemein­schaft und auch für den Regen“.

Kar­di­nal Rein­hard Marx dank­te sei­ner­seits für die Ein­la­dung zur Wall­fahrt im 100. Jubi­lä­ums­jahr der Chiem­gau­er Tracht­ler und bekann­te, dass er zwar den Chiem­gau und des­sen vie­len Kir­chen ob sei­ner inzwi­schen 19 Jah­re als Ober­haupt der Erz­diö­ze­se und ob sei­ner Urlaubs­auf­ent­hal­te in Adel­hol­zen sehr gut ken­ne, aber dass er die Rai­te­ner Kir­che noch nicht kann­te. „Die­se Kir­che habe ich mir vor­her ange­schaut, bin von ihr und von Eurer Wall­fahrts­tra­di­ti­on beein­druckt und kann mich nur den Wor­ten des Gau­vor­stan­des anschlie­ßen, dass wir wie­der mehr über das Dan­ken nach­den­ken sol­len. Dan­ken wir Gott, Dan­ken wir für die Gemein­schaft und freu­en wir uns, dass wir in der gemein­sa­men Eucha­ris­tie­fei­er Got­tes Nähe wis­sen. Denn im Glau­ben sind wir nie allein“. Der Kar­di­nal wür­dig­te die Ver­bun­den­heit von Glau­ben, Tra­di­ti­on und Hei­mat­pfle­ge und erklär­te, dass die­se in Bay­ern, noch mehr in Ober­bay­ern und ganz beson­ders im Chiem­gau aus­ge­prägt ist. Bei­spiel­haft nann­te er die gro­ße Anzahl der im Regen ste­hen­den Tracht­ler, das vor dem Got­tes­dienst erfolg­te Rosen­kranz­ge­bet und die jun­gen Leu­te, denen der Glanz des Fest­tags wich­tig ist. „Sei­en wir wei­ter­hin dank­bar für das geleb­te Zeug­nis, denn wenn durch Ober­fläch­lich­keit der Glanz ver­lo­ren geht, dann geht auch die Dank­bar­keit ver­lo­ren. Über Allem steht der Glanz der Hoffnung“.

Zum Schluss des Got­tes­diens­tes seg­ne­te Kar­di­nal Marx die 1984 in Ber­nau geweih­te und für das heu­ri­ge Jubi­lä­um restau­rier­te Stan­dar­te des Chiem­gau-Alpen­ver­ban­des im Begleit­schutz der Stan­dar­ten der Paten­gaue Inn­gau-Trach­ten­ver­band und Alt­baye­risch-Schwä­bi­scher Gau­ver­band sowie im Bei­stand der Fah­ne vom ältes­ten Chiem­gau­er Trach­ten­ver­ein aus Hohen­aschau, dem Göd des Gau­ver­ban­des. Zwei­te Gau­vor­stän­din Lis­beth Teng­ler dank­te vor dem abschlie­ßen­den Toten­ge­den­ken am Sol­da­ten-Ehren­mal der Rai­te­ner Dorf­ge­mein­schaft für die Vor­be­rei­tun­gen, vie­len aktiv Betei­lig­ten für die Unter­stüt­zung sowie den zahl­rei­chen Ehren­gäs­ten aus den Rei­hen der Tracht­ler und der Poli­tik, zu ihnen gehör­ten Ver­tre­ter der Land­krei­se Traun­stein und Rosen­heim, der Chiem­gau-Gemein­den, des Baye­ri­schen Trach­ten­ver­ban­des, der Paten­gaue und des Gau­ver­ban­des I. Eine Ein­kehr beim Rai­te­ner Wirt wur­de nach dem kirch­li­chen Teil reich­lich angenommen.

Fotos: Höt­zel­sper­ger, Fritzenwenger