Wan­de­rung der Münchner

von GTEV Chiemgauer München am 6. September 2026

Seit über zehn Jah­ren tref­fen sich Münch­ner Tracht­ler all­jähr­lich beim Gaufest mit dem Miche Huber zu einem gemein­sa­men Aus­flug im Chiem­gau. Über die Jah­re ist die Grup­pe ste­tig gewach­sen und dabei sind vie­le neue Bekannt­schaf­ten unter Tracht­lern ent­stan­den. In die­sem Jahr fiel die lang­jäh­ri­ge Tra­di­ti­on aller­dings mit dem Ruhe­stand vom Miche zusam­men. Also wur­de kur­zer­hand aus der Not eine Tugend gemacht: Beim Gaufest wur­de beschlos­sen, den dies­jäh­ri­gen Aus­flug nicht in die Ber­ge des Chiem­gaus, son­dern an das Ufer der Isar und in die dor­ti­gen Bier­gär­ten zu verlegen.

Zwei Wochen vor der Wiesn war es dann soweit. Als pas­sen­den Aus­gangs­punkt hat­te Flo­ri­an Häh­le den Gas­teig HP8 an der Bru­der­mühl­brü­cke vor­ge­schla­gen. Die ehe­ma­li­gen Indus­trie­hal­len der Stadt­wer­ke Mün­chen am Heiz­kraft­werk Süd haben sich seit der Grund­sa­nie­rung im Jahr 2021 zu einem erfolg­rei­chen Kul­tur­stand­ort ent­wi­ckelt. Heu­te fin­den sich dort unter ande­rem ein Kon­zert­saal, die Stadt­bi­blio­thek und die Volkshochschule.

Vor­bei am Flau­cher, einer der ältes­ten Grün­an­la­gen Mün­chens, führ­te der Weg ent­lang der rena­tu­rier­ten Isar und des Floß­ka­nals zum Hin­ter­brüh­ler See. Als ers­te Ein­kehr gab es dort ein Weißwurstfrühstück.

An der Stel­le, an der der Floß­ka­nal vom Isar­werk­ka­nal abzweigt, steht das Denk­mal „Der Isar­flö­ßer“. Flo­ri­an Häh­le nutz­te die Gele­gen­heit für einen kur­zen Abriss über die Geschich­te und die Bedeu­tung der Flö­ße­rei für Mün­chen. Mit dem Bau der Eisen­bahn ver­lor die Flö­ße­rei zuneh­mend an Bedeu­tung und ist heu­te nur noch in Form der feucht­fröh­li­chen Floß­fahr­ten als Frei­zeit­at­trak­ti­on erhalten.

Gut gestärkt ging es anschlie­ßend wie­der isar­ab­wärts und über die Mari­en­klau­sen­brü­cke zur nächs­ten Sta­ti­on: der bekann­ten Mari­en­klau­se. Die klei­ne Kapel­le mit ihrem Kreuz­weg wur­de 1866 von dem dama­li­gen Was­ser­meis­ter Mar­tin Ach­leit­ner aus Dank­bar­keit für den Schutz der Mut­ter­got­tes errich­tet. Ein ruhi­ger und geschichts­träch­ti­ger Ort mit­ten im Grünen.

Oben auf dem Isar­hoch­ufer führ­te der Weg wei­ter zum alten Guts­hof Ment­er­schwai­ge, der auf eine rund tau­send­jäh­ri­ge Geschich­te zurück­bli­cken kann. Heu­te ist der ehe­ma­li­ge Guts­hof vor allem als Gast­wirt­schaft und gro­ßer Bier­gar­ten bekannt.

Über die Groß­hes­se­lo­her Brü­cke ging es anschlie­ßend wei­ter. Auf­grund ihrer beein­dru­cken­den Höhe bot sich ein impo­san­ter Blick über das Isar­tal. Über Solln führ­te die Tour schließ­lich zum Isar­ta­ler Brau­haus. Für einen gemüt­li­chen Aus­klang ging es mit der S‑Bahn zurück in die Münch­ner Innen­stadt zum Gast­haus Isartor.

Damit ende­te ein abwechs­lungs­rei­cher Aus­flug, der zeig­te: so schön der Chiem­gau mit sei­nen Ber­gen auch ist, bei den rich­ti­gen Leu­ten tut es auch die Isar mit ihren Bier­gär­ten und Gaststätten.

Bil­der: Flo­ri­an Hähle