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Plattln und Dirndldrahn hat sich im Chiemgau zu einer leichtfüßigen, spritzigen Tanzform entwickelt. Die Dirndl drehen sich nach einem gemeinsamen Walzer mit dem Buam so schnell es geht in sich und dabei in kleinen Schritten, wie ein Kreisel, um den Buam. Dieser plattelt währenddessen zur jeweiliegen Melodie. Nach diesen 16 Takten "fängt" der Bua sein Dirndl, um wieder einen Walzer mit ihr zu tanzen. Typisch für den Chiemgau sind dabei, dass sich das Dirndl unabhängig vom Takt so schnell wie möglich in sich dreht, aber dabei eine relativ geringe Vorwärtsbewegung macht.

 

 

 

Ein besonders schönes, schneidiges Bild entsteht, wenn die Dirndl Rock an Rock, im gleichen Tempo und Abstand um die Buam in der Mitte drehen.

 

 

 

 

Viel Übung gehört dazu, wenn es darum geht vor den Augen der Preisrichter die beste Darbietung zu zeigen. Dabei kommt es auf eine möglichst gerade Körperhaltung, gestreckte Beine, hoher Stand auf den Zehenspitzen und natürlich die Geschwindigkeit an.

 

 

 

 

Das "Einfangen" der Dirndl erfordert eine gute Abstimmung zwischen Dirndl und Buam, viel Taktgefühl und eine gute Einschätzung der Geschwindigkeit der Dirndl. Wenn die Harmonie zwischen Dirndl und Buam stimmt, dann geht die Drehgeschwindigekit der Dirndl ganz flüssig in einen Walzerschritt zwischen Dirndl und Buam über. Eine Chiemgauer Eigenart ist, dass die Dirndl an der rechten Hand gefangen werden, während im übrigen Bayern das Einfangen über die Schulter verbreitet ist.

 

 

Text: Klaus Löhmann, 2005