21. Dezember – 4. Advent
von Dominik Wierl am 21. Dezember 2025⭐ Die Geschichte vom allerersten Christstollen

Es war einmal, vor vielen hundert Jahren, in einem kleinen Kloster irgendwo zwischen rauen Hügeln und schneebedeckten Wäldern. Die Mönche lebten ruhig und bescheiden – und im Advent besonders streng.
Kein Fleisch, keine Milch, keine Butter.
Nur Mehl, Wasser, ein bisschen Hefe.
Mehr sollte es nicht sein.
Eines Tages jedoch wurde es im Kloster ungewöhnlich hektisch. Ein Bote kam angeritten und verkündete:
„Der Bischof kommt zu Weihnachten!“
Die Mönche sahen sich an. Der Bischof war bekannt für seinen guten Geschmack – und strenge Fastenzeit hin oder her, sie wollten ihm etwas Besonderes backen.
Also rührten die Brüder einen einfachen, fast schon traurigen Teig zusammen:
Mehl, Wasser, Hefe.
Er sah aus wie ein trauriger Schneehügel.
„Ein Brot ohne Butter ist wie ein Winter ohne Licht“, murmelte Bruder Johannes.
Doch als die Mönche den Teig betrachteten, flackerte plötzlich ein Kerzenschein auf – und mit ihm eine Idee.
„Vielleicht… könnte das Brot etwas Weihnachtsfreude vertragen?“
Bruder Matthias schlich in den Vorratsraum und fand getrocknete Früchte – hart wie Stein, aber voll süßer Erinnerung an den Sommer.
Bruder Lukas steuerte ein paar Mandeln bei, die eigentlich für besondere Tage gedacht waren.
Und Bruder Johannes, der Schalk, holte eine winzige Schüssel mit Geheimnis: Butter, die er heimlich für Notfälle aufgehoben hatte.
Die Brüder schauten sich verschwörerisch an.
„Nur ein kleines bisschen. Für die Freude.“
Und sie lachten, wie Mönche lachen, wenn sie etwas tun, das eigentlich nicht sein darf – aber richtig ist.
Sie kneteten, mischten, formten.
Und schließlich legten sie den Teig wie ein kleines, eingewickeltes Kind zusammen.
„So, wie das Christkind in Windeln“, flüsterte einer.
Als der Stollen aus dem Ofen kam, duftete das ganze Kloster nach Früchten, Hefe und warmer, goldener Hoffnung.
Und als der Bischof an Weihnachten hineinbiss, strahlte er.
„Das ist das köstlichste Fastenbrot, das ich je gekostet habe!“
Die Mönche nickten artig.
Aber in ihren Augen blitzte ein geheimes, gemeinsames Lächeln auf.
Denn sie wussten:
Sie hatten nicht nur ein Brot gebacken – sondern ein Stück Weihnachten erfunden.
So entstand, so heißt es, der Christstollen:
Aus Mut, aus Freude und ein bisschen heimlicher Butter,
eingehüllt wie ein gesegnetes Kind,
duftend nach Sommerfrüchten im tiefen Winter.
Und seitdem erinnert jeder Bissen daran,
dass selbst in der stillsten Zeit
ein Funken Wärme reicht,
um etwas Wunderbares zu schaffen.
—————————
Für all die, die auch ein Stück Weihnachten erschaffen wollen hier das Rezept meiner Oma: Viel Spaß beim backen 🧑🍳
Zutaten:
1 kg Mehl,
100g frische Hefe,
4 Eier,
250 ml Milch,
200 g Zucker,
450 g Butter,
1 abgeriebene Zitronenschale,
½ TL Kardamon,
½ TL Muskatblüte,
2 TL Salz,
500 g Rosinen,
150 g Korinthen,
150 g Zitronat,
100 g Orangeat,
200 g gemahlene Mandeln,
10 Tropfen Bittermandelaroma
ca. 250 g zerlassene Butter,
Kristallzucker,
Puderzucker
Zubereitung:
Rund 1,5 Stunden vor dem Backen alle Zutaten bereitstellen, am besten auf Zimmertemperatur. In der zimmerwarmen Milch die Hefe mit etwas Zucker 20 min. gehen lassen. Danach Mehl, Eier, Zucker, Butter, Zitronenschale, Kardamon, Muskatblüte und Salz zu einem glatten Teig verarbeiten und 90 min. an einem warmen Ort gehen lassen.
Anschließend Rosinen, Korinthen, Zitronat, Orangeat, Mandeln und Bittermandelaroma hinzufügen und gut durchkneten. Nun den Teig zu zwei länglichen Rollen formenund auf der Oberseite der Länge nach rund 2 cm einschneiden. Die Stollen bei vorgeheiztem Backofen ca. eine Stunde bei 180°C backen. Dann etwas abkühlen lassen.
Die Butter für das Dekor bei schwacher Hitze schmelzen.
Den Stollen buttern und anschließend mit Kristallzucker ummanteln und zu guter Letzt mit Puderzucker bestäuben.
Frohe Weihnachten 🎄
Kathi Osterhammer
Stellv. Gaudirndlvertreterin